Exkursion Gedenkstätte Buchenwald

Bericht Exkursion zur Gedenkstätte
KZ Buchenwald der Klasse 10b der Jenaplanschule Erfurt

Am 16.10.2020 fand unsere Exkursion zur Gedenkstätte KZ Buchenwald statt. Unsere Klasse wollte diese Exkursion unbedingt durchführen, da ein geplanter Projekttag in Klasse 9 leider ausfiel und zeitnah auch so nicht nachgeholt werden konnte. Treffpunkt war 9.00 Uhr am Hauptbahnhof. Um 9:15 Uhr fuhren wir mit dem Zug nach Weimar und anschließend weiter mit dem Bus. Während der Fahrt machten wir uns schon Gedanken, wie wir uns dort fühlen würden und wussten nicht genau, was uns erwartet. Als wir ankamen, belehrte uns unsere Klassen- und Geschichtslehrerin Frau Jung noch einmal, dann ging es los.
Wir standen vor gelben, im Halbkreis gebauten Häusern. Frau Jung erzählte uns, dass einige von ihnen bewohnt sind. Als wir das hörten, waren wir kurz geschockt. Wir konnten nicht glauben, dass jemand direkt bei einem KZ wohnen möchte. Dann liefen wir zum alten Bahnhof. Die Stimmung war angespannt, weil man wusste, dass hier für Tausende „Endstation“ war. Weiter ging es über den „Carachoweg“. Das war der direkte Zugang von der Straße und vom Bahnhof zum Häftlingslager. Dabei konnte man sich richtig vorstellen, wie sich die Gefangenen gefühlt haben, als sie diesen Weg gehen mussten. Neben dem Eingang befand sich ein alter Zoo, der für die Familien der NS-Leute gedacht war. Es war für uns unvorstellbar, dass man dort zum Zeitvertreib einen Zoo gebaut hatte. Wir gingen durch das Eingangstor in das Lager. Am Tor waren Metallbuchstaben angebracht, von außen in Spiegelschrift, aber von innen für die Gefangenen gut lesbar: „Jedem das Seine.“ Wir blickten auf einen großen Platz. Man konnte gut sehen, wo früher die Baracken standen, da man die Flächen mit schwarzen Steinen markiert hatte. Frau Jung berichtete uns, dass es auf dem ganzen Gelände keinen Quadratmeter gibt, wo nicht ein Mensch gestorben ist. Wir schauten auf den Boden unter unsere Füße und mussten uns vorstellen, dass dort ein Toter lag. Als nächstes besichtigen wir eine Gedenktafel. Frau Jung forderte uns auf, die Tafel anzufassen. Sie war warm. Die Tafel hat die Körpertemperatur von einem Menschen, ein Symbol dafür, dass viele Häftlinge an Kälte und anderen unmenschlichen Gründen gestorben  waren, vor allem aber dafür, dass die Opfer und die Humanität in uns weiter leben können. Zum Schluss besuchten wir noch ein Museum. Es gab sehr viele originale Ausstellungstücke, die beschrieben, wie es damals im Lager war und wie die Gefangenen litten. Wir waren sehr beeindruckt und oft auch erschüttert. Es gab sogar einen echten Leichenwagen. Bei dem Anblick lief uns wirklich ein kalter Schauer über den Rücken.
Auf dem Rückweg herrschte eine nachdenkliche Stimmung. Wir hatten viel gesehen und vieles worüber wir nachdenken mussten. Es war für uns alle ein lehrreicher Tag.

Sophia Kassar, Klasse 10b

Anmerkung der Klassenlehrerin:

Selten war ich so beeindruckt von Schülern wie an diesem Tag. Meine Klasse wollte diese Exkursion unbedingt, auch wenn wegen der Umstände die Führung nur durch mich realisiert werden konnte. Allerdings hatte ich Unterstützung von Nils und Justin, Schülern meiner Klasse, die privat vorab die Gedenkstätte besuchten, sich deshalb gut auskannten und mit mir gemeinsam die Vorbereitungen trafen.
Sophia beschreibt in ihrem Bericht ihre Eindrücke und die ihrer Mitschüler. Ich spürte während unseres Aufenthalts die Betroffenheit, aber auch sachliches Nachdenken über das Warum und Wie. Ich denke, dass wir wirklich die Meinung teilen, nicht Schuld an dem zu sein, was war, jedoch Verantwortung für das Heute und Morgen zu tragen. Dementsprechend fanden viele Schüler passende Worte, stellten detaillierte Fragen, alle jedoch zeigten ihren Respekt, indem sie sich dem Ort angemessen verhielten und Wind, Regen und Kälte an diesem Tag beinahe ignorierten. Meine Klasse wusste in jeder Beziehung, worauf sie sich einließ und stand es durch! An dieser Stelle möchte ich mich auch bei meiner Kollegin
Frau Nagel für ihre Begleitung, nein, ihre emotionale Teilnahme bedanken.
Mein Dank gilt nicht zuletzt den Eltern, die die Exkursion mit finanziellen Mehrausgaben ermöglichten und ihre Kinder in ihrem Wunsch moralisch unterstützten und bestärkten.

Silke Jung- Klassen- und Fachlehrerin Geschichte

Live-Interview mit deinen Lehrer*innen

Hallo liebe Schüler*innen und Eltern,

am Dienstag den 12.05.2020 um 14:00 Uhr geht’s weiter. Unser viertes Liveinterview mit zwei tollen Pädagogen (Frau Habla und Herr Ramdohr) der Jenaplanschule. Wir haben für euch eine Videokonferenz über Jitsi erstellt.

Worum geht’s?
Es wird ein Interview über die Beiden mal ganz persönlich und ein paar Fragen rund um die aktuelle Situation.

Wie kommt ihr da rein?
Der Link zu dem Interview erhaltet ihr von Göran.
g.schmidt@lkj-thueringen.de
Ihr könnt sowohl mit dem Handy, Tablet oder mit einem PC daran teilnehmen.

Also wer Lust hat einfach am Dienstag um 14:00 Uhr Link klicken und teilnehmen.

Liebe Grüße

Eure Onlinekrisenhelfer Melina und Göran